Programme 2021/2022

«Muss es sein? Es muss sein!»

Zwischen Beethovens erstem gedruckten Streichquartett und seinem op. 135 liegen keine dreissig Jahre. Und doch liegen dazwischen Welten. Während das erste Quartett op. 18/1 noch Haydn gewidmet ist und diesem auch unverkennbar Reverenz erteilt, ist das op. 135 der Schlusspunkt unter einer atemberaubenden Entwicklung, die viele Komponisten bis heute nachhaltig geprägt hat. Das neue Werk des Berner Komponisten Urs Peter Schneider nimmt Bezug auf Beethovens Spätwerk.

Ludwig van Beethoven

Streichquartett F-Dur op. 18/1

Urs Peter Schneider *1939

Neues Werk

Ludwig van Beethoven

Streichquartett F-Dur op. 135

«Die Kunst der Fuge»

Bachs «Kunst der Fuge» galt sowohl für Mozart als auch für Beethoven als Gipfel der Kompositionskunst. Beide setzen sich mit der Kompositionstechnik auf ihre Weise auseinander und kommen zu ganz unterschiedlichen Ergebnissen. Während in Mozarts Streichquartett KV 387 die Fuge im letzten Satz stilistisch an die Tradition der geistlichen Musik anknüpft, um sie dann mit einem Seitenthema im Stile der Opera buffa zu konfrontieren, sprengt Beethoven mit der «Grossen Fuge» alle Dimensionen des bis anhin musikalisch Vorstellbaren. Das Rasumowsky Quartett spielt die «Grosse Fuge» ganz selbstverständlich als Schlusssatz des Quartetts op. 130, so wie es Beethoven ursprünglich vorgesehen hatte. Einzelne Sätze aus der «Kunst der Fuge» von Bach ergänzen das Programm.

Johann Sebastian Bach

Aus: «Die Kunst der Fuge»

Wolfgang Amadeus Mozart

Streichquartett G-Dur KV 387

Ludwig van Beethoven

Streichquartett op. 130 (mit Schlusssatz Grosse Fuge op. 133)

«Made in Switzerland»

Drei Schweizer Komponisten, wie sie unterschiedlicher nicht sein können. Während Fröhlich als der Schweizer Schubert gilt und Zeit seines Lebens so gut wie keine Anerkennung für sein Schaffen erfuhr, war der in Basel geborene Albert Möschinger in Künstlerkreisen bestens eingeführt und wurde häufig aufgeführt. Das Streichquartett «Auftrieb» von Leo Dick ist eine Auftragskomposition des Rasumowsky Quartetts anlässlich des Musikfestivals Bern von 2016. Leo Dick experimentiert darin mit Naturtönen und erweitert das klassische Instrumentarium um Kuhglocken und eine singende Säge.

Friedrich Theodor Fröhlich (1803-1836)

Streichquartett f-Moll

Leo Dick (*1976)

Streichquartett «Auftrieb»

Albert Möschinger (1897-1985)

Streichquartett Nr. 3

«Nacht»

Mit Christian Hilz, Bariton
www.christianhilz.de

In der seltenen Besetzung mit Bariton dreht sich ein ganzes Programm um das Thema «Nacht», ein Topos der seit der Romantik Raum bietet für Unbewusstes, Sinnliches: Träume, Sehnsüchte, Unheimliches. Es erklingen Lieder (teils in eigener Bearbeitung) und Quartettsätze von Schubert, Wolff, Barber, Findzi und Schoeck.